Praxis für Familiengesundheit

Herausforderungen in Patchworkfamilien

Herausforderungen in Patchworkfamilien

Die Zahl der Patchworkfamilien hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Zwischen 10 und 14% sollen es mittlerweile sein. Doch was bringt es für Besonderheiten mit sich, wenn jetzt plötzlich ein neuer Partner und eventuell auch Kinder dazu kommen?

Rhythmus in Familien

Der Alltag besteht oft aus vielerlei Absprachen, die Eltern treffen. Sei es die Art des Essens, welches auf dem Tisch stehen soll, oder die gemeinsame Vorstellung, wie die Kinder erzogen werden. Es werden Gewohnheiten geprägt, an denen sich auch die Kinder orientieren. Bei den einen gibt es abends immer eine warme Mahlzeit, bei den anderen nur Brote, die einen baden jeden Abend, bei anderen werden die Kinder 3x in der Woche geduscht. Hier findet jede Familie ihren eigenen Rhythmus.

Trennung und Patchworkmodell

Kommt es zur Trennung der Eltern, wirft es in der Welt der Eltern, aber vor allem auch in der Welt der Kinder vieles durcheinander. Ob Kinder nun fortan allein mit Mama oder Papa leben und den anderen Elternteil nur ab und zu sehen, oder ob es ein Wechselmodell gibt. Es ändert sich vieles. Doch oft werden in diesem Fall die meisten Rituale und Gewohnheiten beibehalten.

Anders sieht es aus, wenn wieder ein neuer Partner (mit eventuell auch weiteren Kindern) dazukommt. Sie haben nicht selten völlig andere Gewohnheiten und diese auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ist keine leichte Aufgabe. Nun wollen da Kinder statt dem gewohnten Porridge zum Frühstück plötzlich Cornflakes, mitunter steht ein Umzug an oder Kinder müssen ihr Zimmer plötzlich mit einem anderen Kind teilen und Spielsachen werden gemeinsam genutzt. Dies kann, neben den alltäglichen Irrungen und Wirrungen, zur Belastungsprobe für Kinder und Eltern werden.

Natürlich gibt es hierbei kein Patentrezept, mit dem die Kompromissfindung absolut reibungslos gelingt. Trotz einer mitunter längeren Gewöhnungsphase, in der die Familien sich gegenseitig besuchen aber noch nicht zusammen wohnen, stellt der endgültige Vollzug des Zusammenziehens eine enorme Umstellung für Eltern und Kinder dar. Die Umstände sind in jeder Familie verschieden und auch die Menschen (große wie kleine) haben alle einen anderen Charakter. 

Kinder sollten aber in den Prozess aktiv mit einbezogen werden, damit sie nicht das Gefühl bekommen, ausgeliefert zu sein und ihnen plötzlich etwas „fremdes“ übergestülpt wird. Mitgestalten zu können gibt ihnen ein Gefühl von Autonomie und davon, dass ihre Meinung wichtig ist und geachtet wird. Kinder brauchen in dieser Zeit viel Begleitung durch ihren Elternteil. Zeiten allein mit ihrem Elternteil sollten dabei genauso wenig zu kurz kommen, wie gemeinsame Unternehmungen als „neue“ Familie. Dies kann helfen, damit sich alle besser aneinander gewöhnen können. 

Jeder Prozess braucht seine Zeit

Doch wie jeder Prozess braucht es auch hier viel Zeit und Geduld, denn auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und mit einer neuen Familie verhält sich das nicht anders. Seien Sie achtsam mit sich und Ihren Kindern. Sollten Sie feststellen, dass Ihr Kind über längere Zeit Anpassungsschwierigkeiten hat, ist es Zeit sich Hilfe zu suchen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, nehmen Sie gern zu mir Kontakt auf.

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