Praxis für Familiengesundheit

ADHS und Weihnachten – Tipps für Eltern und Betroffene

ADHS und Weihnachten

Die festliche Jahreszeit steht vor der Tür, und während viele Familien sich auf besinnliche Feiertage freuen, kann dies für ADHS-Betroffene und deren Eltern bzw. Partner eine große Herausforderung darstellen. Die Reizüberflutung, die typisch für die Weihnachtszeit ist, kann für Kinder und Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besonders herausfordernd sein. Hier sind einige Tipps für euch, wie ihr als Eltern oder Betroffene diese festliche Zeit harmonisch gestalten könnt:

1. Struktur und Routine bewahren:

ADHS-Betroffene profitieren von Struktur und Routine. Auch wenn die Ferienzeit oft mit Flexibilität verbunden ist, ist es wichtig, einige Grundelemente der täglichen Routine beizubehalten. Dies hilft, ein Gefühl von Stabilität aufrechtzuerhalten. Plant deshalb die Tage gut und  achtet auf Ruhephasen und Pausen.

2. Klare Erwartungen kommunizieren:

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die bevorstehenden Ereignisse und erläutern Sie klar, was während der Feiertage passieren wird. Setzen Sie klare Erwartungen für Verhalten und Aktivitäten, um Unsicherheiten zu minimieren.

Auch für erwachsene Betroffene ist es wichtig, ihre Erwartungen an die Feiertage z.B. mit dem Partner oder Angehörigen gut zu kommunizieren. Was ist Dir wichtig? Wo sind noch Abstimmungen nötig? Lassen sich für bestimmte Situationen Kompromisse finden? Wie könnt ihr gemeinsam schwierigen Situationen vorbeugen? Das hilft allen Beteiligten, die gemeinsame Zeit möglichst harmonisch zu gestalten.

3. Rückzugsort schaffen:

Inmitten von festlichen Zusammenkünften kann es für ADHS-Kinder und -Betroffene überwältigend sein. Schafft einen ruhigen und geeigneten Rückzugsort, wenn der Trubel zu viel wird. Dies kann helfen, Überstimulation zu vermeiden. Oft helfen Kopfhörer mit der Lieblingsmusik, einkuscheln in einer ruhigen Ecke, oder ein Fidget-Spielzeug zur taktilen Ablenkung schon nach kurzer Zeit den Betroffenen. Nach einer kleinen Ruhepause ist die Teilnahme am Fest dann meist wieder möglich.

4. Aktive Teilnahme ermöglichen:

Ermögliche deinem Kind, aktiv an den Vorbereitungen teilzunehmen. Ob das Dekorieren des Weihnachtsbaums, Backen von Plätzchen oder Verpacken von Geschenken – die Teilnahme an diesen Aktivitäten kann das Interesse wecken und die Konzentration fördern. „Mittendrin statt nur dabei“ ist das Motto vieler ADHS-Kinder. Die aktive Teilnahme am Geschehen erzeugt außerdem ein Gefühl von „angenommen sein“ und „wichtig sein“, was eine stabile Beziehungsbasis bildet.

5. Geschenke mit Bedacht wählen:

Wähle Geschenke, die den Interessen und Bedürfnissen deines Kindes entsprechen. Spiele oder Aktivitäten, die eine gewisse Struktur und Fokus erfordern, können besonders hilfreich sein. Um auch hier die gefürchtete Geschenkeflut zu vermeiden könnt ihr zusätzlich auch die 4-Geschenke-Regel einführen. Die besteht aus etwas Gewünschtem, etwas Brauchbarem, etwas zum Anziehen und etwas zum Lesen. Dies kann dann auch gut innerhalb der Familie unter den verschiedenen Schenkern aufgeteilt werden. Der bloße Konsum und die Überfrachtung halten sich in Grenzen und ihr könnt euch an Weihnachten wieder mehr euren Familienwerten widmen.

6. Bewegung einplanen:

ADHS ist oft mit einem hohen Energielevel verbunden. Plane aktivere Spiele oder Aktivitäten ein, um überschüssige Energie abzubauen. Ein gemeinsamer Spaziergang nach dem Festessen kann ebenfalls Wunder wirken.

7. Achtsamkeit praktizieren:

Integriere kurze Achtsamkeitsübungen in den Tagesablauf. Diese können helfen, Stress abzubauen und die Aufmerksamkeit zu fördern. Bei betroffenen Kindern ist es hilfreich, wenn die Eltern oder Bezugspersonen dies etwas anleiten oder moderieren. Atemübungen oder kurze Meditationen können in ruhigen Momenten durchgeführt werden. Wenn ihr das mit euren Kindern gemeinsam macht, profitiert ihr alle davon und es stärkt gleichzeitig den Zusammenhalt.

Wenn Du als Erwachsener betroffen bist, dann lass Dich z.B. durch dein Handy erinnern.  Vielleicht findest Du auch eine App zum Thema, die dich dabei unterstützen kann. Handgeschriebene Zettel z.B. am Badezimmerspiegel tun es aber manchmal auch.

8. Realistische Erwartungen haben:

Akzeptiere, dass nicht alles perfekt verlaufen wird. Sei realistisch in Bezug auf die Erwartungen, sowohl für dich selbst als auch für dein Kind. Flexibilität und eine gute Kommunikation sind der Schlüssel zu einem entspannten Fest.

Als Betroffener wirst Du bestimmt schon ein paar Erfahrungen gesammelt haben und wissen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Vielleicht konnte ich Dir hier noch ein paar Anregungen mitgeben.

Weihnachten kann eine wundervolle Zeit sein, auch für Familien, die mit ADHS umgehen. Indem Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder verstehen und entsprechende Vorkehrungen treffen, können sie eine festliche Atmosphäre schaffen, die für alle Mitglieder der Familie angenehm ist. Mit einer Mischung aus Struktur, Einfühlungsvermögen und Flexibilität kannst Du sicherstellen, dass die Feiertage für dein Kind mit ADHS genauso magisch sind wie für jedes andere Kind.

Du brauchst noch ein paar Hilfestellungen und Anregungen im Umgang mit ADHS in bestimmten Momenten oder allgemein im Alltag? Vereinbare gern einen Termin für ein  kostenfreies Vorgespräch.

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